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Das Kasbruchtal...
...erstreckt sich über mehr als zwei Kilometer zwischen der Neunkircher „Lakaienschäferei“ und dem Tal der Blies beim Stadtteil Wellesweiler.
Der Kasbruch ist ein Tal von Sumpf und Wald, es musste immer wieder dem Wasser abgerungen werden. Dennoch machten sich bereits in der Antike Menschen diese Landschaft urbar. Möglicherweise gab es ein heute verlorenes Dorf oder Gehöft, deren Bewohner eine gallische Schweinezucht betrieben. Deren Grundlage war oft die Eichelmast und die Waldweide. Der Geländenamen “Kasbruch” deutet laut Professor Alfons Kolling auf das Vorhandensein von Eichen hin. Er leitet dies vom gallischen “kassanos” bzw. romanischen “casnus”1 ab2. Beim heutigen Furpach fand man bei der “Kirschenallee” ein keltisches Grab aus der späten Latènezeit, dessen Ausstattung für einen Würdenträger einer solchen Siedlung spricht. Weitere Gräber sind nach Kolling zu erwarten3.
Spuren menschlicher Besiedlung findet man im Kasbruchtal und der Umgebung bereits aus der Jungsteinzeit stammend4. Viele Zeugnisse einer gallo-römischen Kultur warten möglicherweise noch auf ihre Entdeckung. Unweit der heutigen A8, im Landerthal, fand man einen nachrömerzeitlichen Schmelzofen5.
Die ersten professionellen Ausgrabungen erfolgten in den 1920er Jahren durch den damaligen Konservator Carl Klein. Viele Funde wurden jedoch bereits im 19. Jhdt. durch Privatpersonen ans Tageslicht gebracht. Diese veröffentlichten auch erste Publikationen. Genannt seien hier nur der Furpacher Gutsherr Eduard Karcher und der Lehrer Dr. Friedrich Schröter aus Saarbrücken - beide aktiv im Historisch-antiquarischen Verein für die Saargegend6.
Eine umfassende Darstellung der archäologischen Gegebenheiten im Kasbruch lieferte der ehemalige saarländische Landeskonservator Alfons Kolling (1922 - 2003) in seiner 2002 erschienen Abhandlung „Ein gallorömisches Quellheiligtum: Kasbruch Neunkirchen Wellesweiler“, herausgegeben vom „Wellesweiler Arbeitskreis für Geschichte, Landeskunde und Volkskultur e.V.“
In diesem Buch dokumentiert Alfons Kolling in einem kurzen Abriss auch die Geschichte der Erkundung des Kasbruchtals. Im Auftrag des Nachfolgers von Carl Klein, Dr. Josef Keller, nahm er selbst seine ersten Ausgrabungen an der Römertreppe (der „Jungferntrapp“) vor7.
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1Anmerkung: auch “cassanos”, im klassischen Latein - also “Römischen” aber “quercus”.
2Alfons Kolling, “Ein gallorömisches Quellheiligtum: Kasbruch Neunkirchen Wellesweiler”, 2002, S. 25
3vgl. Ebenda, S. 24-25
4Ebenda, Taf. 20,2
5Ebenda, S. 29
6Ebenda, S. 16-17
7Ebenda, S. 18
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